Dieser Artikel dient Bildungszwecken und ersetzt keine ärztliche Beratung.

Kreatin-Monohydrat hilft dem Muskel, die Energie zwischen den Sätzen zu regenerieren, sodass man im Training ein Stück mehr geben kann. HMB ist ein Molekül, das vor allem dann ins Spiel kommt, wenn man Muskelverlust in Ruhephasen oder im Zuge des Alterns verhindern möchte. Keines von beiden ist Magie, aber beide sind durch fundierte Studien belegt.

Was Kreatin macht – kurz und ohne Geheimnisse

Deine Muskeln nutzen ein Molekül namens ATP, um sich zu kontrahieren. Bei kurzer und intensiver Belastung leeren sich die ATP-Reserven innerhalb weniger Sekunden. Kreatin hilft dem Körper, diese über das Phosphokreatin-System schneller wieder aufzufüllen. Einfach ausgedrückt: Du hast etwas mehr im Tank für die letzten Wiederholungen.

Mit der Zeit bedeutet das, dass du etwas schwerere Gewichte hebst oder ein bis zwei Wiederholungen mehr schaffst. Dieses zusätzliche Trainingsvolumen baut Kraft und Muskelmasse auf. Kreatin baut nicht direkt Muskeln auf; es liefert dir den Treibstoff, um besser zu trainieren, und das Training erledigt den Rest. Aus diesem Grund bleibt Protein die Basis. Wie du dieses am Morgen optimal nutzt, habe ich separat in meinem Artikel über Proteine am Morgen beschrieben.

HMB und der Muskelerhalt

HMB ist ein Metabolit von Leucin, einer der Aminosäuren in Proteinen. Seine Hauptaufgabe scheint darin zu liegen, den Muskelabbau zu bremsen, anstatt neue Muskeln aufzubauen. Daher ist es für junge Menschen, die konstant trainieren und genügend Protein zu sich nehmen, weniger relevant.

HMB wird in spezifischen Situationen interessant: bei Immobilisationsphasen nach einer Verletzung, bei Diäten mit hohem Kaloriendefizit oder im Alter, wenn der Körper leichter Muskelmasse verliert. In diesen Kontexten wiegt die Rolle des Schutzes der bestehenden Masse schwerer als im routinemäßigen Training.

Der Mythos der Ladephase

Viele glauben, dass man mit einer „Ladephase“ von 20 Gramm pro Tag über eine Woche beginnen muss. Das ist nicht obligatorisch. Die Standarddosis liegt bei konstant 3 bis 5 Gramm pro Tag. Eine Ladephase füllt die Muskelspeicher lediglich schneller auf – in wenigen Tagen statt in drei oder vier Wochen.

Wenn du es nicht eilig hast, überspringe die Ladephase und nimm täglich 3 bis 5 Gramm. Du erreichst dasselbe Ziel, nur etwas langsamer, und vermeidest die Verdauungsbeschwerden, die hohe Dosen manchmal verursachen können. Die Konstanz ist weitaus wichtiger als der Zeitpunkt am Tag, an dem du es einnimmst.

Der Mythos „Kreatin macht dick durch Wassereinlagerungen“

Ja, Kreatin zieht etwas Wasser in den Muskel. Dies ist jedoch keine subkutane Schwellung (unter der Haut), sondern Wasser innerhalb der Muskelzelle, was sogar Teil seiner Funktionsweise ist. In den ersten Tagen kann man eine Zunahme von ein oder zwei Kilogramm auf der Waage feststellen. Das ist Wasser, kein Fett.

Intrazelluläres Wasser lässt dich nicht „weich“ aussehen. Im Gegenteil: Ein hydrierter Muskel wirkt voller. Wenn dich die Zahl auf der Waage erschreckt, schau in den Spiegel und achte darauf, was du hebst, anstatt nur auf die Gravitation zu schauen.

Wer am meisten profitiert: Kraft und Alter

Die offensichtlichsten Profiteure sind Menschen, die mit Gewichten trainieren oder kurze, intensive Anstrengungen unternehmen. Hier gibt es für Kreatin die meisten Belege und den klarsten Effekt auf die Kraft.

Die zweite, oft ignorierte Kategorie sind Erwachsene über 50 Jahre. Nach diesem Alter beschleunigt sich der Verlust an Muskelmasse, und die Kombination aus Krafttraining und Kreatin hilft dabei, die Muskulatur und die Funktion zu erhalten. Details dazu, wie Muskeln mit aktivem Altern zusammenhängen, habe ich in den Artikeln über Kreatin für Kraft und Altern und über praktische Langlebigkeit erläutert.

Der Mythos mit den Nieren

Die Angst, dass Kreatin die Nieren schädigt, rührt von einem Missverständnis her. Kreatin erhöht den Kreatininspiegel im Blut, welcher ein Marker in Bluttests zur Beurteilung der Nierenfunktion ist. Der Wert erscheint höher, aber die Nieren arbeiten normal. Es handelt sich um einen erhöhten Messwert, nicht um ein reales Problem.

Bei gesunden Menschen haben Langzeitstudien bei üblichen Dosierungen keine Nierenschädigungen festgestellt. Eine klare Ausnahme: Wenn du bereits an einer Nierenerkrankung leidest oder Medikamente für die Nieren nimmst, frage bitte vorher einen Arzt. Das ist eine allgemeine Vorsichtsregel und kein spezifisches Warnsignal nur für Kreatin.

Wann du zum Arzt gehen solltest

Supplemente und Training sind für gesunde Menschen gedacht, die ihre Kraft und Muskelmasse unterstützen wollen. Es gibt jedoch Anzeichen, bei denen man nicht improvisieren sollte: plötzliche Muskelschwäche ohne erkennbare Ursache, intensive Muskelschmerzen, die nicht abklingen, dunkel gefärbter Urin nach Belastung oder ein schneller, unerklärlicher Muskelverlust. Diese Symptome müssen ärztlich abgeklärt werden.

Ebenso solltest du bei Nieren- oder Lebererkrankungen, während der Schwangerschaft oder Stillzeit oder bei langfristigen Medikamenteneinnahmen vor jedem Supplement mit einem Fachmann sprechen. Nichts von dem, was du hier liest, stellt eine Diagnose dar oder ersetzt eine ärztliche Beratung.

Wo du anfangen kannst

Wenn du trainierst oder damit beginnen möchtest und an Kraft und Muskelmasse interessiert bist, ist Kreatin eine der sichersten Optionen. Falls du dir jedoch unsicher bist, ob Muskeln momentan deine Priorität sind, mache den kostenlosen Test. Er zeigt dir in wenigen Minuten, welcher Bereich zuerst angepasst werden sollte: Kraft und Regeneration, Energie, Schlaf oder Ernährung. Es ist eine Orientierungshilfe, keine Diagnose, aber es erspart dir unnötige Käufe auf gut Glück.

Orientierungsquellen: ISSN - offizielle Position zu Kreatin, NIH ODS - Supplemente für Leistung.

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